Die Arbeit als Krankenschwester

Man stellt es sich meistens so vor, dass die Arbeit als Krankenschwester ziemlich einfach ist. Man denkt vielleicht, Krankenschwestern verteilen nur Essen und Medikamente und kommen ab und zu in dein Zimmer, wenn du klingelst, weil irgendetwas ist, aber sonst sitzen sie nur rum und machen nichts.

Das stimmt aber nicht.

Ich habe fast zwei Monate lang ein Praktikum im Krankenhaus gemacht und habe sogar als Schülerpraktikantin sehr viel gearbeitet und gesehen. Und dabei auch selbst gemerkt, wie anstrengend die Arbeit als Krankenschwester ist.

Ich musste morgens um 7:00 Uhr anfangen. Als Erstes habe ich mit einer anderen Krankenschwester zusammen das Frühstück an die Patienten verteilt. Allein das war schon sehr anstrengend, weil du nach jedem einzelnen Patienten gucken musst. Du musst gucken, was er essen darf, ob Rohkost oder normale Kost, und ob dieser Patient überhaupt etwas essen darf, weil vielleicht eine OP ansteht.

Danach ging es ans Messen von Temperatur und Blutzucker, das war nicht so anstrengend. Dann gab es verschiedene Aufgaben: in die Patientenzimmer gehen und fragen, ob sie etwas zum Trinken brauchen, und dann auch neues Wasser bringen, Patienten mit anderen Pflegern zusammen sauber machen, Patienten mit dem Bett zur OP fahren, Betten beziehen, Termine machen für Patienten, Entlassungsbriefe schreiben. Dann um 12:00 Uhr ging es schon wieder ans Verteilen des Mittagessens, dabei musste man auch ziemlich genau gucken, was die Patienten essen durften. Denn selbst wenn sie wussten, dass sie nichts essen durften, und dann aber Essen bekamen, haben sie es trotzdem gegessen und dann die Schuld auf die Helfer geschoben.

Nach dem Mittagessen war sehr viel zu tun: die Schränke mit den OP-Klamotten wieder auffüllen, neue Patienten aufnehmen, ab und zu zu den Patienten gehen und gucken, was los ist, den Zugang ziehen oder nur abstellen, die Medikamente wechseln, Patienten von der Intensivabteilung auf die Station bringen, und sogar ab und zu bei Operationen dabei sein. Und das jeden Tag. Und das Wichtigste war, wirklich niemals die Höflichkeit zu vergessen.

Um 15:00 Uhr hatte ich dann Feierabend.

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